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Studien zeigen: Transathleten haben einen Vorteil

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Studien zeigen: Transathleten haben einen Vorteil

Die Teilnahme einer Transfrau bei den Olympischen Spielen hat dazu geführt, dass die Vorteile in den Blick genommen wurden.

Mit Laurel Hubbard, hat erstmal eine Transfrau an den Olympischen Spielen teilgenommen. Die neuseeländische Gewichtheberin nahm in der Klasse des Superschwergewichts teil und trat ausschließlich gegen biologische Frauen an.

Diskussionen bereits vor der Bestätigung der Teilnahme

Wie aus einem Bericht des Deutschlandfunks von 15. Mai diesen Jahres hervorgeht, kochten die Wogen um die damals noch eventuelle Teilnahme von Hubbard bereits hoch. So zeigte sich die ehemalige Gewichtheberin Tracey Lambrechs im neuseeländischen Fernsehen enttäuscht, wegen der „Cis-Frauen, die deshalb keinen Startplatz erhalten“ haben. Als Cis-Frauen werden biologische Frauen bezeichnet, die auch in ihrem Geschlecht leben.

Lambrechs verwies in ihrem Interview auf die zahlreichen Forderungen nach Gleichberechtigung für Frauen und stellte fest, dass durch die Transfrauen den biologischen Frauen „die Gleichberechtigung weggenommen“ wird. Weiters zeigte sie sich überzeugt, dass Hubbard gegenüber den anderen Gewichtheberinnen einen Vorteil habe.

Bereits im Mai äußerte sich die Wissenschaftlerin und Sportmedizinerin Joanna Harper zu dieser Frage. Harper, die lange über Transpersonen im Sport forschte, stellt klar, dass es „keinen Zweifel daran gebe, dass ein Restvorteil bleibe“ und dies trotz eines bedeutenden Kraftverlustes durch die Hormontherapie.

Nur zwei Drittel des Vorteils gehen durch Hormontherapie verloren

Der Artikel zitiert eine Studie, laut der Transfrauen nach einer Hormontherapie immer noch 17 Prozent mehr Griffkraft besitzen als Frauen.  Damit gehen nur zwei Drittel des Vorteils, den Männer gegenüber Frauen haben, verloren. Für das Internationale Olympische Komitee ist diese Information jedoch nicht von Bedeutung, da sich die Möglichkeit der Teilnahme von Transfrauen in der Frauen-Kategorie nur nach dem Testosteronlevel im Blut richtet.

Studie von Angehörigen des US-Militärs zeigt Unterschiede in Leistungsfähigkeit

Wie die deutsche Welle in einem Artikel unter dem Thema „Faktencheck. Sind Transgender-Athleten bei Olympia im Vorteil?“ berichtet, gibt es bis heute keine Studien zu Transathleten im Spitzensport. Allerdings gebe es Untersuchungen an Angehörigen des US-Militär, bei denen die Unterschiede in der sportlichen Leistungsfähigkeit untersucht wurden. Die Studie zeigte, dass sich die Leistungsfähigkeit zwar anglich, jedoch Transfrauen zwei Jahre nach Beginn einer Hormontherapie noch 12 Prozent schneller liefen als die Kontrollgruppe.

Eine weitere Studie, durchgeführt vom Sportwissenschaftler Tommy Lundberg, zeigte, dass Transfrauen trotz Hormontherapie noch nach einem Jahr ihre Muskelkraft im Allgemeinen beibehalten hatten. Lundberg stellt fest, dass „selbst die Hormontherapie den Vorteil von Transfrauen nicht soweit aufheben könne“, dass „Fairness hergestellt“ wird.

Scheitern von Hubbard kein Beweis für Fairness

Nach den Olympischen Spielen sahen sich viele Befürworter der Teilnahme von Transfrauen an den Frauenwettbewerben in ihrer Meinung bestätigt, da die Gewichtheberin Hubbard in ihrem Wettkampf scheiterte. Sie könne also keinen Vorteil gegenüber den anderen Teilnehmerinnen gehabt haben.

Dieser Auffassung widersprach der Sportmediziner Dr. Ross Tucker in einem BBC-Interview. Wie Dailywire berichtete stellte Tucker besonders heraus, dass Testosteron in der Entwicklung zu typischen männlichen Charakteristiken führe, wie zum Beispiel Einflüsse auf Muskeln und Knochen, einen geringeren Fettanteil und eine erhöhte Herz- und Lungengröße. „Wenn das Testosteron einmal seine Arbeit erledigt hat“, führe dies zu Vorteilen, unter anderem die Muskelkraft betreffend.

Dass die Niederlage von Hubbard zeige, dass sie keinen Vorteil hatte, lässt Tucker nicht gelten, schließlich gehe es um den persönlichen Vorteil. Er konterte mit folgendem Vergleich: „Wenn ich dope und an den Olympischen Spielen teilnehme, hätte ich natürlich einen Vorteil. Trotzdem würde ich nicht gewinnen.“

Vorteile von Transsportlern immer wieder Thema

Dass Thema der Vorteile von Transsportlern taucht unterdessen immer wieder auf und führt zu heftigen Debatten. Das Internationale Olympische Komitee hatte bereits vor den Spielen angekündigt, die Richtlinien zur Teilnahme von Transfrauen noch einmal zu begutachten. Der Internationale Leichtathletik-Weltverband (IAAF)  hat seine Regeln für Transathleten bereits 2019 geändert und den Testosteronlevel auf 5 nmol pro Liter halbiert.

Immer wieder taucht das Thema auch in den USA auf, wo es besonders häufig um das Erwerben von Stipendien durch sportliche Leistungen geht. So erließ beispielsweise der Bundesstaat Idaho im März 2021 ein Gesetz, dass es nur noch biologischen Frauen erlaubt, an Frauenwettkämpfen teilzunehmen (das IEF hat berichtet). (MM)

Die Teilnahme einer Transfrau bei den Olympischen Spielen hat dazu geführt, dass die Vorteile in den Blick genommen wurden.

Mit Laurel Hubbard, hat erstmal eine Transfrau an den Olympischen Spielen teilgenommen. Die neuseeländische Gewichtheberin nahm in der Klasse des Superschwergewichts teil und trat ausschließlich gegen biologische Frauen an.

Diskussionen bereits vor der Bestätigung der Teilnahme

Wie aus einem Bericht des Deutschlandfunks von 15. Mai diesen Jahres hervorgeht, kochten die Wogen um die damals noch eventuelle Teilnahme von Hubbard bereits hoch. So zeigte sich die ehemalige Gewichtheberin Tracey Lambrechs im neuseeländischen Fernsehen enttäuscht, wegen der „Cis-Frauen, die deshalb keinen Startplatz erhalten“ haben. Als Cis-Frauen werden biologische Frauen bezeichnet, die auch in ihrem Geschlecht leben.

Lambrechs verwies in ihrem Interview auf die zahlreichen Forderungen nach Gleichberechtigung für Frauen und stellte fest, dass durch die Transfrauen den biologischen Frauen „die Gleichberechtigung weggenommen“ wird. Weiters zeigte sie sich überzeugt, dass Hubbard gegenüber den anderen Gewichtheberinnen einen Vorteil habe.

Bereits im Mai äußerte sich die Wissenschaftlerin und Sportmedizinerin Joanna Harper zu dieser Frage. Harper, die lange über Transpersonen im Sport forschte, stellt klar, dass es „keinen Zweifel daran gebe, dass ein Restvorteil bleibe“ und dies trotz eines bedeutenden Kraftverlustes durch die Hormontherapie.

Nur zwei Drittel des Vorteils gehen durch Hormontherapie verloren

Der Artikel zitiert eine Studie, laut der Transfrauen nach einer Hormontherapie immer noch 17 Prozent mehr Griffkraft besitzen als Frauen.  Damit gehen nur zwei Drittel des Vorteils, den Männer gegenüber Frauen haben, verloren. Für das Internationale Olympische Komitee ist diese Information jedoch nicht von Bedeutung, da sich die Möglichkeit der Teilnahme von Transfrauen in der Frauen-Kategorie nur nach dem Testosteronlevel im Blut richtet.

Studie von Angehörigen des US-Militärs zeigt Unterschiede in Leistungsfähigkeit

Wie die deutsche Welle in einem Artikel unter dem Thema „Faktencheck. Sind Transgender-Athleten bei Olympia im Vorteil?“ berichtet, gibt es bis heute keine Studien zu Transathleten im Spitzensport. Allerdings gebe es Untersuchungen an Angehörigen des US-Militär, bei denen die Unterschiede in der sportlichen Leistungsfähigkeit untersucht wurden. Die Studie zeigte, dass sich die Leistungsfähigkeit zwar anglich, jedoch Transfrauen zwei Jahre nach Beginn einer Hormontherapie noch 12 Prozent schneller liefen als die Kontrollgruppe.

Eine weitere Studie, durchgeführt vom Sportwissenschaftler Tommy Lundberg, zeigte, dass Transfrauen trotz Hormontherapie noch nach einem Jahr ihre Muskelkraft im Allgemeinen beibehalten hatten. Lundbergstellt fest, dass „selbst die Hormontherapie den Vorteil von Transfrauen nicht soweit aufheben könne“, dass „Fairness hergestellt“ wird.

Scheitern von Hubbard kein Beweis für Fairness

Nach den Olympischen Spielen sahen sich viele Befürworter der Teilnahme von Transfrauen an den Frauenwettbewerben in ihrer Meinung bestätigt, da die Gewichtheberin Hubbard in ihrem Wettkampf scheiterte. Sie könne also keinen Vorteil gegenüber den anderen Teilnehmerinnen gehabt haben.

Dieser Auffassung widersprach der Sportmediziner Dr. Ross Tucker in einem BBC-Interview. Wie Dailywire berichtete stellte Tucker besonders heraus, dass Testosteron in der Entwicklung zu typischen männlichen Charakteristiken führe, wie zum Beispiel Einflüsse auf Muskeln und Knochen, einen geringeren Fettanteil und eine erhöhte Herz- und Lungengröße. „Wenn das Testosteron einmal seine Arbeit erledigt hat“, führe dies zu Vorteilen, unter anderem die Muskelkraft betreffend.

Dass die Niederlage von Hubbard zeige, dass sie keinen Vorteil hatte, lässt Tucker nicht gelten, schließlich gehe es um den persönlichen Vorteil. Er konterte mit folgendem Vergleich: „Wenn ich dope und an den Olympischen Spielen teilnehme, hätte ich natürlich einen Vorteil. Trotzdem würde ich nicht gewinnen.“

Vorteile von Transsportlern immer wieder Thema

Dass Thema der Vorteile von Transsportlern taucht unterdessen immer wieder auf und führt zu heftigen Debatten. Das Internationale Olympische Komitee hatte bereits vor den Spielen angekündigt, die Richtlinien zur Teilnahme von Transfrauen noch einmal zu begutachten. Der Internationale Leichtathletik-Weltverband (IAAF)  hat seine Regeln für Transathleten bereits 2019 geändert und den Testosteronlevel auf 5 nmol pro Liter halbiert.

Immer wieder taucht das Thema auch in den USA auf, wo es besonders häufig um das Erwerben von Stipendien durch sportliche Leistungen geht. So erließ beispielsweise der Bundesstaat Idaho im März 2021 ein Gesetz, dass es nur noch biologischen Frauen erlaubt, an Frauenwettkämpfen teilzunehmen (das IEF hat berichtet). (MM)

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